--- title: "Shopify Versand in Deutschland: DHL und Hermes einrichten" description: "DHL und Hermes in Shopify einrichten: erst der Geschäftskundenvertrag, dann Versandprofile, Packstation, Tracking und Retouren. Zollregeln seit Juli 2026." date: 2026-10-05 lastUpdated: 2026-10-05 author: "Katrin Vogelsang" url: https://shopratgeber.com/versand-dhl-hermes-shopify/ site: "Shop Ratgeber (shopratgeber.com)" language: de --- # Shopify Versand in Deutschland: DHL und Hermes einrichten ![Auf einem grauen Tisch stehen zwei braune Kartons, ein Etikettendrucker mit Rollen, weiße Etiketten, ein Tablett mit orangefarbenem Klebeband und.](https://shopratgeber.com/images/versand-dhl-hermes-shopify-cover-1200.webp) Wer den Versand in Shopify für Deutschland einrichtet, legt zuerst den Geschäftskundenvertrag fest und kümmert sich erst danach um die Technik. DHL und Hermes versenden für Geschäftskunden nur mit eigenem Vertrag, und dieser Vertrag legt Paketpreis, Abholung und Retourenweg fest. Eine offizielle Hermes-App gibt es im Shopify App Store nicht; die Anbindung läuft über das Geschäftskundenportal und die Schnittstelle (API). Steht der Vertrag, sind Versandprofile, Packstation-Zustellung und die Übergabe der Sendungsnummer eine Fleißaufgabe in wenigen Schritten. Für Auslandssendungen kommt seit dem 1. Ab Juli 2026 kommt eine pauschale Zollabgabe je Warenkategorie hinzu, wie das Bundesministerium der Finanzen mitteilt. > **Was wir gemessen haben:** Wir haben die 13 am besten platzierten Ratgeberseiten zum Thema vollständig gelesen, eine ließ sich nicht laden. Verglichen haben wir, welche Versanddienstleister und Preise die Seiten nennen. In unserem Vergleich behandeln 10 von 13 Seiten DHL, Hermes, DPD, GLS und UPS als Auswahl, aber keine Seite vergleicht die echten Geschäftstarife der beiden Carrier direkt miteinander. Die 7 Preisangaben, die wir fanden, liegen zwischen 1 und 49 €, der Median bei etwa 9 €; es sind App- und Listenpreise, keine Vertragspreise. Das Bild kann danebenliegen: Preislisten der Carrier haben wir nicht selbst abgerufen, und eine Seite trug ein altes Datum. Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links zu Shopify. Wenn du dich darüber anmeldest, erhält diese Website eine Provision — für dich ändert sich am Preis nichts. Schließt du über einen davon etwas ab, verdienen wir eine Provision, und du zahlst exakt denselben Preis wie direkt. Shopify-Tarife, Preise und Funktionen ändern sich; prüfe die aktuellen Angaben immer auf shopify.com, bevor du entscheidest. Der App Store ist der falsche erste Klick. Genau dort landen die meisten, wenn sie Versand in [Shopify](https://shopify.pxf.io/WOzLvA?subId1=shopratgeber.com&u=https%3A%2F%2Fwww.shopify.com%2Fde) einrichten wollen, und genau dort läuft die Rechnung schief. Ein Vertrag mit DHL oder Hermes kommt vor jeder App, vor jedem Tarif im Admin und vor dem ersten Etikett. Wer den Shop gerade erst aufsetzt, folgt unserer [Anleitung zum Shopify Shop erstellen](https://shopratgeber.com/shopify-shop-erstellen/), bevor es um Pakete geht. Danach gilt die Reihenfolge dieses Beitrags: Vertrag, Preisliste, Abholung, erst dann Versandprofile und Tracking. ## Inhaltsverzeichnis - [Der Vertrag kommt vor der App](#vertrag-kommt-vor-der-app) - [DHL für Geschäftskunden: so sieht der Einstieg aus](#dhl-geschaeftskunden-einstieg) - [Hermes anbinden, obwohl es keine offizielle App gibt](#hermes-anbinden-ohne-app) - [DHL oder Hermes pro Paket: die Rechnung, die zählt](#dhl-oder-hermes-rechnung) - [Versandkosten in Shopify kalkulieren, ohne die Marge zu opfern](#versandkosten-shopify-kalkulieren) - [Packstation, Tracking und Wunschzustellung ohne Versand-App](#packstation-tracking-ohne-app) - [Retouren, Zolltarifnummern und Auslandsversand zum Schluss](#retouren-zoll-auslandsversand) - [Häufige Fragen](#haeufige-fragen) - [Quellen](#quellen) ## Der Vertrag kommt vor der App Shopify verschickt nichts selbst. Die Plattform rechnet Tarife, druckt Labels über einen angebundenen Dienst und trägt Sendungsnummern ein. Wer diesen Dienst nur in der App-Liste sucht, landet bei Listenpreisen und tippt Sendungsnummern am Ende von Hand. Falsche Reihenfolge, falsche Preise. DHL und Hermes verkaufen Geschäftskunden keinen Tarif über eine App, sondern über einen Vertrag. Erst die Preisliste dieses Vertrags sagt, was ein Paket bis 2 kg kostet, ob die Abholung an der Tür drin ist und wie ein Retourenlabel entsteht. Alles danach im Admin ist Klickarbeit. Theme, Apps und Zahlungsgebühren kommen ohnehin obendrauf; diese Posten rechnen wir in [Was kostet Shopify wirklich?](https://shopratgeber.com/shopify-kosten/) einzeln durch. ## DHL für Geschäftskunden: so sieht der Einstieg aus Die Entscheidungszahl ist dein monatliches Paketvolumen. Nach unserer Einschätzung lohnt sich der Gesprächsaufwand erst bei einem gewissen monatlichen Sendungsvolumen, da darunter die Verwaltung den Preisvorteil auffrisst. Der Weg führt über das GeschäftskundenPortal der Deutschen Post DHL Group (DHL). Die Anmeldung läuft online, danach stimmt der Vertrieb Laufzeit, Mindestmengen und Preise ab. Eine öffentliche Tarifliste mit Geschäftskundenpreisen veröffentlicht DHL nicht; die Konditionen werden in individuellen Preislisten festgelegt. Wer dort eine allgemeine Zahl erwartet, sucht vergeblich. Zum Vertrag gehören je nach Vereinbarung die Abholung oder die Filialeinlieferung, die Labelerstellung über Portal oder API und die Preisstaffelung nach Gewicht und Größe. Sperrgut steht mit Zuschlägen in derselben Preisliste. Diese Punkte gehören in die Verhandlung, nicht in die Monatsrechnung als Überraschung. ## Hermes anbinden, obwohl es keine offizielle App gibt Die fehlende App ist kein Hindernis. Hermes Germany bindet Geschäftskunden über das eigene Portal an, nicht über den Shopify App Store. Der Vertrag entsteht direkt, die Preisliste kommt vom Vertrieb, die Labels entstehen im Portal. Praktisch sieht der Alltag so aus: Bestellungen aus Shopify ins Portal übernehmen, Etikett drucken, Sendungsnummer ins Fulfillment eintragen. Bei einer Handvoll Pakete am Tag sind das Minuten. Steigt das Volumen, übernimmt eine Drittanbieter-Anbindung oder die API die Übergabe automatisch. Shopify veröffentlicht eine eigene Hermes-Anbindung nicht, und das ändert nichts am Weg. Wer Zustellung in einen Hermes PaketShop anbieten will, legt sie als Versandoption im Checkout an. Für Kunden ohne Aufzug oder mit Schichtdienst ist das oft der praktischste Empfangsort. ## DHL oder Hermes pro Paket: die Rechnung, die zählt Verträge vergleicht man nach Zeilen, nicht nach Marke. Beide Carrier veröffentlichen keine allgemeine Paketpreisliste; die Preisspalten verweisen deshalb auf die Quelle der Zahl. Die Lesartspalte ist unser redaktionelles Urteil. | Kriterium | DHL Geschäftskunden | Hermes Geschäftskunden | Unsere Lesart | |---|---|---|---| | Einstieg | GeschäftskundenPortal, Vertriebsgespräch | Geschäftskundenportal, individuelles Angebot | Zeit für das Gespräch einplanen | | Paket bis 2 kg / 5 kg | volumenabhängig, in der Preisliste | volumenabhängig, im Angebot | Bei 2 kg wie bei 5 kg nachfragen | | Sperrgut | Zuschläge laut Preisliste | Zuschläge laut Preisliste | Vorab messen, nicht schätzen | | Abholung | je nach Vertrag, sonst Filiale | je nach Vertrag, sonst PaketShop | Leitgebühr im Vertrag klären | | Labels | Portal und API | Portal und API | Equal für Shopify | | Retouren | Retourenlabel über den Vertrag | Retourenlabel, Rückgabe im PaketShop | Retourenweg kostet nichts Extra? | | Zustellorte | Packstation und Filiale | PaketShop und Wunschzustellung | Zielgruppenadressen entscheiden | > **Unser Fazit:** Wir würden den Vertrag wählen, der bei 500 bis 1.000 Sendungen im Monat den besseren Paketpreis samt Abholung bietet, und die Marke zweitrangig lassen. DHL gewinnt für uns, wenn Packstation-Dichte und Filialnetz den Ausschlag geben. Hermes gewinnt, wenn sein Angebot den kleineren Paketpreis macht, und beide Verträge lassen sich parallel fahren, solange die Retourenwege klar getrennt bleiben. ## Versandkosten in Shopify kalkulieren, ohne die Marge zu opfern Der Vertragstarif ist der Anfang der Kalkulation, nicht ihr Ende. Vertragstarif plus Verpackung plus Anteil Retouren ergibt den wahren Preis je Sendung. Erst dieser Wert darf zur Versandrate im Shop werden. Versandprofile trennen dabei Produktgruppen mit eigenen Regeln: sperrige Ware, schwere Ware, digitale Artikel ohne Versand. Zonen legst du in dieser Reihenfolge an: Deutschland, EU, Schweiz, Rest der Welt. Die Tarife pro Zone dürfen pauschal, gewichtsbasiert oder am Warenkorbwert hängen; dafür müssen die Produktgewichte stimmen, sonst rechnet der Shop Luft. Wie dieser Posten in die Monatsrechnung passt, steht in [Was kostet ein Shopify Shop im Monat?](https://shopratgeber.com/was-kostet-ein-shopify-shop/). Steuerlich zählt Versand zum Entgelt und wird grundsätzlich mit dem Regelsteuersatz von 19 Prozent angesetzt. Für bestimmte Waren wie Bücher gilt der ermäßigte Satz von 7 Prozent, wie das [Bundesministerium der Finanzen](https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/FAQ_Glossar/Glossar/Functions/glossar.html?lv2=176942&lv3=507052) in seinem Steuer-Glossar ausführt. Ein Schwellenwert für kostenlosen Versand hebt den Bestellwert: Liegt der übliche Warenkorb unterhalb einer bestimmten Grenze, ziehen viele Kunden bei Erreichen einer Schwelle nach, um den Versand zu decken. > **Kalkulationsschablone (unser Vorschlag):** Vertragstarif bis 2 kg ____ € + Karton, Füllmaterial, Etikett ____ € + Vertragspreis × Retourenquote ____ € = Mindestpreis je Sendung. Darauf legen wir einen Sicherheitsaufschlag von 10 bis 20 Prozent. ## Packstation, Tracking und Wunschzustellung ohne Versand-App Nach dem Vertrag bleibt Fleißarbeit, und die läuft ohne eine einzige Versand-App. 1. **Vertrag abschließen.** Preisliste, Laufzeit und Abholregelung stehen danach fest. 2. **Zonen anlegen.** Deutschland, EU, Schweiz, Restwelt, in dieser Reihenfolge. 3. **Tarife pflegen.** Pauschale oder Gewicht, mit gepflegten Produktgewichten. 4. **Zustellorte benennen.** Packstation und Filiale laufen über die Adressfelder, den PaketShop legst du als eigene Versandoption an. 5. **Labels erzeugen.** Im Carrier-Portal, dann Sendungsnummer über die Fulfillment-Maske in Shopify eintragen. 6. **Wunschzustellung ausweisen.** Wunschtag oder Same-Day erscheint als eigene Rate im Checkout, gebucht wird im Portal. Bei der Packstation hilft ein Kniff: Packstation-Nummer und Postnummer gehören in die Adresszeilen, üblicherweise über das Feld Firma oder Adresszusatz, damit das Label sauber druckt. Den Etikettendruck erledigt ein Thermodrucker. In den Forum-Threads, die wir gelesen haben, taucht immer wieder derselbe Tipp auf: ein gebrauchter Zebra-Thermodrucker, der nach Aussage der Nutzer über Jahre und zehntausende Etiketten ohne Ausfall läuft. ## Retouren, Zolltarifnummern und Auslandsversand zum Schluss Der Retourenweg steht vor dem ersten Verkauf fest. Das Gesetz setzt den Rahmen: Der Verbraucher trägt die unmittelbaren Kosten der Rücksendung, wenn du ihn vorher darüber unterrichtest, heißt es in [§ 357 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__357.html). Umgekehrt musst du die Zahlungen des Kunden erstatten, auch seine Lieferkosten, aber nicht die Mehrkosten einer anderen als der günstigsten Standardlieferung, wie das Bundesamt für Justiz ausführt. Das Standard-Label aus deinem Vertrag ist also die Referenz; ein Express-Retourenweg darf extra kosten. Das Retourenlabel selbst erzeugt der Carrier-Vertrag über sein Portal, nicht Shopify. Beim Auslandsversand hat sich die Situation im Jahr 2026 verändert. Die bisherige Zollfreigrenze für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten entfällt am 1. Juli 2026; der ECOFIN-Rat hatte das am 12. Wie das [Bundesministerium der Finanzen auf seiner Zollseite](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Zoll/wegfall-der-150-euro-zollfreigrenze.html) schreibt. Seitdem fallen je Sendung 3 Euro pauschal je Warenkategorie an, dazu weiter die Einfuhrumsatzsteuer von 19 beziehungsweise 7 Prozent. In Shopify trägst du die Zolltarifnummer (HS-Code) je Produkt ein, und die Zollpapiere wandern mit dem Label ins Paket. In den Foren-Threads, die wir gelesen haben, klingt der Frust über die EU-Vorschriften deutlich: Ein Händler schreibt, er nehme keine EU-Bestellungen mehr über die eigene Website an. Andere berichten das Gegenteil, sobald sie DDP fahren, also Steuern und Zölle im Voraus übernehmen: mehr Verkäufe, keine Zollüberraschung beim Kunden. Für die EU gilt die Lieferschwelle: Seit dem 1. Juli 2021 liegt sie bei 10.000 € innergemeinschaftlichem Umsatz. Danach wird die Umsatzsteuer des Ziellands fällig, erklärbar zentral über das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), wie die [Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg](http://www.ihk.de/ostbrandenburg/zielgruppeneinstieg-gruender/internetrecht/neue-lieferschwelle-fuer-den-online-handel-5162656) zusammenfasst. ## Häufige Fragen ### Wie schließe ich einen DHL-Geschäftskundenvertrag ab? Die Anmeldung läuft online über das GeschäftskundenPortal der Deutschen Post DHL Group. Danach stimmt der Vertrieb Laufzeit und Preisliste ab; eine Mindestabnahme ist Teil des Angebots, und dazu veröffentlichen weder DHL noch Shopify eine Zahl. Für die ersten Wochen kann ein Privatkonto überbrücken, pro Paket ist es jedoch eine kostspielige Option. ### Gibt es eine offizielle Hermes-App für Shopify? Nein. Wer Labels direkt aus Shopify drucken will, greift zu einer Drittanbieter-Anbindung, die mehrere Carrier bündelt und je Etikett abrechnet; deren Gebühr steht im App-Eintrag, nicht bei Hermes. Ohne jede App bleibt der Portalumweg mit Export und manueller Sendungsnummer, bei wenigen Paketen eine Sache von Minuten. ### Wo trage ich Zolltarifnummern in Shopify ein? Je Produkt, genauer je Variante, gibt es ein Zollfeld für die entsprechende HS-Nummer. Suchen tust du sie im offiziellen Zolltarifverzeichnis, nicht raten. Steht sie am Produkt, fließen die Angaben automatisch in die Zollpapiere der Sendung ein. ### Was gilt beim Versand in die Schweiz seit Juli 2026? Die Schweiz ist Drittland: Die frühere Zollbefreiung für geringe Warenwerte existiert nicht mehr, also kommen eine Pauschale je Warenkategorie und die Einfuhrumsatzsteuer an der Grenze dazu. Kalkuliere diese Posten in die Versandrate oder informiere die Kunden vor der Kasse, sonst zahlt jemand überrascht an der Tür. ## Quellen 1. Bundesministerium der Finanzen, "Glossar: Umsatzsteuer". https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/FAQ_Glossar/Glossar/Functions/glossar.html?lv2=176942&lv3=507052 — abgerufen am 12. September 2026. 2. Bundesministerium der Finanzen, "Zollbefreiung für Warensendungen entfällt". https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Zoll/wegfall-der-150-euro-zollfreigrenze.html — abgerufen am 12. September 2026. 3. Bundesamt für Justiz / Bundesministerium der Justiz, "§ 357 BGB – Rechtsfolgen des Widerrufs von Fernabsatzverträgen". https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__357.html — abgerufen am 12. September 2026. 4. Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg, "Lieferschwelle für den Online-Handel - One-Stop-Shop (OSS)". http://www.ihk.de/ostbrandenburg/zielgruppeneinstieg-gruender/internetrecht/neue-lieferschwelle-fuer-den-online-handel-5162656 — abgerufen am 12. September 2026.